Auf der Schokoladenseite

Die Rügenbrücke hielt ja schon für einiges her – als Logo für den Landkreis, als Marathonspektakel und immer wieder als beliebtes Fotomotiv – ragt sie doch so schön über alle Köpfe hinweg.

Aber hat schon mal jemand versucht, sie in Schokolade zu gießen? Wobei gießen hier eigentlich der falsche Ausdruck ist. An unserer Hochschule wurde die Rügenbrücke nämlich ausgedruckt. Nicht mit schwarzer Druckertinte und nicht auf Papier, sondern als 3D-Modell und mit echter Schokolade.

Schokodrucker Maschinenbau Hochschule Stralsund Hansa Gymansium

© Hochschule Stralsund

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Sechs Schüler der 10. Klasse aus dem Hansa-Gymnasium Stralsund arbeiten seit etwa einem dreiviertel Jahr zusammen mit unseren Studierenden Mona und Sven (4. Semester Maschinenbau) an dem Projekt Schokobrücke. Das Besondere daran (neben der Tatsache, dass man sich alle 10 Finger nach dem Ausdruck leckt) ist, dass es nicht irgendeine Brücke sein sollte, sondern unsere Strelasundquerung in stilisierter Form. Regionale Kost sozusagen.

Gearbeitet wird dafür mit dem sogenannten CAD-Programm. Damit konstruieren die Schüler einzelne Motive am Rechner und die entstehenden Daten werden anschließend an die Hardware, also an den 3D-Drucker übermittelt.

Schokodrucker Maschinenbau Hochschule Stralsund Hansa Gymansium

© Hochschule Stralsund

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Auch wenn es sich um eine reduzierte Abbildung der Rügenbrücke handelt ist es immer noch eine schwierige Konstruktion. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich Schokolade architektonisch verhält, wurden im vergangenen Herbst Probedrucke, etwa vom Hochschullogo oder von Bäumen gemacht. Die besondere Herausforderung ist dabei aus einem schwierigen Werkstoff schöne oder gar filigrane Motive entstehen zu lassen. Und Schokolade liegt zwar leicht auf der Zunge, ist als Druckmaterial aber keineswegs leicht zu handhaben. Die richtige Temperatur sowie die Art und Herstellung der Schokolade spielen eine Rolle. Fingerabdrücke müssen vermieden und die Schokolade vorm Bröckeln und Brechen geschützt werden.

Schokodrucker Maschinenbau Hochschule Stralsund Hansa Gymansium

© Hochschule Stralsund

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Seit Januar haben die Schüler an den Einzelteilen der Rügenbrücke gearbeitet. Die fertige Brücke ist also ein Bausatz aus mehreren Teilen, der außerhalb des Druckers zusammengesetzt wird. Als Verstärkung sind lediglich Spaghetti (als Stahlseile) und Lakritzschnecken (als Begrenzung) im Einsatz. Eine Brücke aus reinen Lebensmitteln. Nur gut, dass Rohstoffe nicht immer so lecker sind.

Schokodrucker Maschinenbau Hochschule Stralsund Hansa Gymansium

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Am Tag der offenen Tür Ende April war es dann soweit: Die Schokorügenbrücke wurde 10 Jahre nach ihrem originalen Vorbild eröffnet und konnte dem breiten Publikum vorgestellt werden. Fragen gab es reichlich, vielleicht auch den ein oder anderen triefenden Zahn und am Ende sogar ein paar Sekunden Fame – das Nordmagazin berichtete im Fernsehen darüber.

Das Ergebnis kann sich wirklich schmecken sehen lassen!

Schokodrucker Maschinenbau Hochschule Stralsund Hansa Gymansium

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Danke an das Team 🙂

Schokodrucker Maschinenbau Hochschule Stralsund Hansa Gymansium

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Das Projekt Schokobrücke ist eine Kooperation der Hochschule Stralsund mit dem Hansa-Gymnasium Stralsund. Die Schülergruppe der 10. Klasse arbeitet das gesamte Schuljahr über mit zwei studentischen Hilfskräften an dem originellen Projekt.

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