Kristiansand, Norwegen – eine wunderbare Zeit!

Erasmus in Norwegen: Ein Auslandssemester an der University of Agder in Kristiansand

von Lea Stork, International Management Studies in the Baltic Sea Region (BMS)

Vorbereitung

Ich hatte schon lange vor ins Ausland zu gehen und interessiere mich schon seit geraumer Zeit für die skandinavischen Länder. Die Wahl ist dann auf Norwegen gefallen, da ich mich für den Sprachkurs Norwegisch am Anfang des Studiums entschieden hatte. Als logische Konsequenz erschien es mir sinnvoll, meine neu erworbenen Sprachkenntnisse in meinem Auslandssemester zu erproben und zu vertiefen. Die Kurswahl entpuppte sich jedoch als etwas komplizierter, da an der Uni in Norwegen pro Kurs 7,5 ECTS statt wie in Deutschland 5 ECTS vergeben werden und damit die Gewichtung unterschiedlich ist. Dieses Problem konnte ich nach Absprache mit beiden Universitäten jedoch lösen. Die Wohnungssuche klappte reibungslos, da die Universität Agder für Austauschstudenten Zimmer bereithält, wenn man sich fristgerecht bewirbt.

Ankunft

Bereits vor der Ankunft in Kristiansand traf ich Erasmusstudenten der Universität Agder in Oslo am Flughafen. In Kristiansand standen bereits mehrere Buddys bereit, die uns unsere Zimmerschlüssel gaben und uns mit einem Fahrtransfer zu unseren Wohnungen brachten. Die meisten Studenten wohnten in Zweier WG’s mit Küche und Bad oder direkt am Campus, wo man ein Einzelzimmer hatte, sich jedoch mit der Etage eine Küche teilte. Zimmerpreise der Studentenwohnheime waren in etwa von 340 – 420€. In den nächsten Wochen kümmerten sich rund 80 motivierte Buddys um uns 150 Erasmusstudenten. Sie machten mit uns Ausflüge ans Meer, Stadttouren, zeigten uns günstige Einkaufsmöglichkeiten oder organisierten Partys und zeigten uns das Nachtleben von Kristiansand.

Studium

 

© Lea Stork

In der Einführungswoche für Austauschstudenten wurden wir den jeweils zuständigen Koordinatoren des Studiengangs zugeteilt, die uns wichtige Deadlines und andere nützliche Informationen mitteilten. Zudem erhielten wir eine IT-Einführungsveranstaltung: Themen waren die Online Lernplattform, die Suchmaschine für Vorlesungen, Raum und Zeit, sowie digitale Prüfungen. Die Vorlesungen fanden 1 – 2 mal wöchentlich statt und waren 1,5 – 4 Stunden lang. In all meinen Kursen war es notwendig mit einer zugeordneten Gruppe ein Projekt zu erarbeiten, das zu bestehen notwendig war, um zur Prüfung zugelassen zu werden. Besonders gefallen hat mir der Kurs Entrepreneur and Innovation, in dem wir mit unserer Gruppe eine Unternehmungsgründung planen mussten, welche von der Geschäftsidee bis hin zum Finanzplan und Investoren reichte. Außerdem besuchte ich die Kurse Social Media Marketing, Hands-on E-Business for Entrepreneurs und Consumer Behaviour. Die Prüfungen am Ende des Semesters legten wir in digitaler Form auf unserem Computer ab. Das Bewertungssystem reichte von A (sehr gut) bis E (ausreichend).

Freizeit

Durch das sehr gut organisierte Buddy Programm der Universität Agder war das Freizeitprogramm vielfältig und kontinuierlich. Das Erasmus Network Norwegen bot mehrere Touren zu berühmten norwegischen Attraktionen an. Wöchentlich fand die ‚International Coffee Hour’ statt, bei der es kostenlose Waffeln und Kaffee gab und man sich mit anderen Studenten austauschen konnte. Direkt neben dem Universitätsgelände gibt es ein Trainingscenter, bei dem man durch eine für Studenten rabattierte Mitgliedsgebühr trainieren kann. Dieses beinhaltete nicht nur Krafttraining an Geräten, sondern auch Schwimmbad, Sauna, Fitnesskurse und jegliche andere Teamsportmöglichkeiten. Als Stadt hat Kristiansand neben wunderschönen Wanderwegen und Aussichtsplattformen auch eine kulturelle Vielfalt zu bieten. Das Kunstmuseum mit wechselnden Ausstellungen ist für Studenten kostenlos zugänglich, ebenso von der Stadt organisierte  Musikveranstaltungen und Konzerte. Von Donnerstag bis Samstag herrscht ein reges Nachtleben, wobei die Preise für Getränke erheblich teurer sind als in Deutschland.

Erasmus Aufenthalt in Kristiansand © Lea Stork

Tipps

Norwegen ist preislich auf einem ähnlichen Niveau mit der Schweiz. Es ist einfach alles teurer als in Deutschland. Lebensmittel sind fast doppelt so teuer und Alkohol ist fast unbezahlbar. Für eine Flasche Schnaps ist man mit 40€ dabei und 0,5l Bier kosten ca. 3 – 4€ im Supermarkt und 8€ in der Bar. Der Zuschuss aus dem Erasmus Programm war dagegen marginal. Ein gutes Finanzmanagement bietet sich vorher und vor allem während des Aufenthaltes an. Empfehlenswert ist es, sich vorher über die Preise zu informieren. Viele Studenten aus Kristiansand fahren mit der Fähre hin und wieder nach Dänemark, um teure Lebensmittel und Alkohol einzukaufen. Immer wieder werden für Studenten rabattierte Tickets für die Fähre angeboten (pro Fahrt 5 – 20€), sodass sich ein Tagesausflug nach Dänemark zum Einkaufen wirklich rechnet.

Fazit

Norwegen hat nicht umsonst den Namen ‚das Neuseeland von Europa’. Schon alleine aufgrund seiner atemberaubenden Natur hat sich das Auslandssemester gelohnt. Ich habe viele tolle neue Menschen und eine andere Kultur kennengelernt, neue Freunde gefunden und meine Englisch- sowie Norwegisch Kenntnisse haben sich verbessert. Ich habe viel erlebt und möchte keine der Erfahrungen missen, weshalb ich ein Auslandssemester in Norwegen nur weiter empfehlen kann.

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